Multifunktionales Leckerli

Kaum ein Thema ist so unterschiedlich diskutiert, wie das Füttern aus der Hand. Und das zu Recht. Futter bewirkt nämlich Wunder, im Guten wie i Schlechten… So ein Leckerbissen nach dem Reiten oder “nur so” zur Begrüßung, befriedigt das Gewissen des Reiters und das Verlangen danach seinem Rosse etwas Gutes zu tun. Beim Pferd löst es aber oft andere Emotionen aus. Beispielseise: „Bestimmt ist da noch mehr! Wo? Her damit!!“ Warum ist das so und warum begeben wir uns hier oft in einen Teufelskreis? Das Pferd hat eine sehr kurze sekundenschnelle Rückkopplung zwischen der Belohnung und der damit verbundenen Handlung. Darum passiert es uns häufig, dass wir eigentlich unbewusst das ungeduldige Verhalten am Anbindeplatz, das in-die-Tasche-kriechen oder das Schnappen nach Jacke und der Hand belohnen… Was nun?

Keine Leckerlies füttern? Oder dem Leckerbissen einen gewollten sinnvollen Bezug geben? Kommt es zu einem unerwünschten Pferdeverhalten, gibt es viele Lösungen, die Abhilfe schaffen. Es lohnt sich genau hinzusehen und zu versuchen die für Pferd und Reiter individuellen Ursachen herauszufinden.
Bei uns hat sich oft ein „Rückwärts“ als multifunktionelle Miniaufgabe direkt vor dem Leckerbissen gut bewährt.

Rückwärtsrichten hält das Pferd auf Abstand. Es weiß, dass es die Leckerei nur bekommt, wenn es vom Menschen wegtritt.

Rückwärtsrichten gymnastiziert. Wenn wir das Leckerchen unten reichen und das Pferd rückwärtstreten lassen, muss das Pferd die Schulterblätter bewegen trotzdem das gesamte Rumpfgewicht darauf liegt. Es löst und trainiert also die Rumpfaufhängung zwischen den Schulterblättern.

Rückwärts… eine sinnvolle Leckerlieübung .

Und last, but not least, unsere Fütterambition und das Danke ans Pferd sind sinnvoll befriedigt.
Übrigens: Oft ist ein Stimmlob oder ein Streicheln mehr wert als ein Leckerli, wenn es denn von Herzen kommt und unsere wahre Freude ausdrückt. Die Pferde merken den Unterschied!

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