Emotionen am Pferdemaul

Emotionen am Pferdemaul

Das Pferdmaul ist ein sehr empfindlicher Indikator für die innere Befindlichkeit unseres Pferdes. Rund um die Nüstern, die Lippen und auf den Schleimhäuten befinden sich viele Akupunkturpunkte, die das hormonelle und das Nervensystem stimulieren. An den Jungpferdearbeitstagen haben wir dem Pferdemaul daher einen ganzen Vormittag gewidmet.

Wir können am Pferdemaul Muskelverspannungen oder Entspannung wahrnehmen, kurze angespannte Maulspalten oder lange und weiche, kleine harte Nüstern mit besorgten Hautfalten oder weit geöffnete… Und wer kennt nicht den zerkauten Führstrick, die angesabberten Zügel oder das lästige unermüdliche Suchen nach etwas Leckerem? Dabei ist dieses Verhalten ganz oft nicht Ausdruck einer schlechten Erziehung, sondern vielmehr begründet in der Unsicherheit oder Nervosität des Tieres.

Wenn wir dem besagten Pferd anstatt einer Zurechtweisung sein Bedürfnis gezielt befriedigen, können wir seinen Stresspegel verringern und auf lange Sicht dieses ungewollte Verhalten abstellen. Die Tellington TTouch Berührungen in und um das Pferdemaul herum bieten uns dazu eine tolle Möglichkeit.

Mehr über die Tellington TTouch Methode erfahrt ihr hier!

TTouch Berührungen – der magische eineinviertel Kreis

TTouch Berührungen – der magische eineinviertel Kreis

Eineinviertel ist keine Zauberzahl, sondern der Grundbaustein vieler TTouches nach Linda Tellington-Jones. Aber warum ausgerechnet eineinviertel? Genau wissen wir es noch nicht… Tatsache ist aber, dass eine massageähnliche Berührung in diesem Rhythmus einen außergewöhnlichen Einfluss auf unsere Gehirnwellen hat. Messungen mit dem Enzephalografen während dem TTouch bestätigten, dass genau der eineinviertel Kreis im Grafen für Harmonie sorgt. Andere Varianten konnten dies nicht.

Interessant war dabei auch, dass von den TTouches nicht nur der Empfänger, sondern auch der Spender profitierte. Nicht nur das Pferd genießt so eine kurze Weile der Entspannung, aber auch der Mensch wird ruhiger und kann seine Gedanken besser ordnen.

Dieses Phänomen ist wohl auch einer der Gründe, warum die Pferde so empfindsam auf TTouches reagieren, selbst wenn sie sie nicht direkt am eigenen Körper erfahren. Pferde haben buchstäblich einen sechsten Sinn für unsere Emotionen bzw. elektromagnetische Gehirnwellen. Sie suchen meist lieber harmonische Signale auf und vermeiden emotionales Chaos.

Wenn wir uns aber wieder auf eine angenehme Frequenz gestimmt haben, können wir oft beobachten, dass die Pferde unsere Nähe suchen. Helfen können uns hier die TTouches – ob aus der Entfernung oder an uns selbst bleibt dahingestellt.

Was oder wer – um alles in der Welt – ist Angie?

Was oder wer – um alles in der Welt – ist Angie?

Wer aufmerksam unsere Internetseite studiert hat oder unsere Beiträge liest, ist bestimmt schon einmal über den Begriff „Reiterferien Angie“ gestolpert. Angie, klingt fast wie Angel…

Angie ist vielleicht ein geflügelter Pegasus, ein Kentaur oder ein Einhorn. Das ist im Grunde nicht so wichtig. Wichtig ist, das er unsichtbar ist und in jeder Fantasie ein wenig anders. Bestimmt ist er schnell und kann fliegen, von einem Ort zum Nächsten. Und er fliegt immer dort hin, wo sich in gegenseitigem Respekt zwei Seelen begegnen – eine tierische und eine menschliche.

Angie ist der kleine Schutzengel der Tiere aus dem Buch „Die Linda Tellington-Jones Reitschule“. Angie versteht die Sprache der Pferde und hilft uns unsere Vierbeiner besser kennenzulernen und zu verstehen. Im Buch von Linda Tellington-Jones erklärt sie, warum Pferde manchmal anders reagieren als wir und woran wir erkennen, wenn sich unser Pferd wohlfühlt…

Angie Reitkurse und Reiterferien sind mehr als nur Reiterwochen. Hier lernen wir, wie wir unseren Partner Pferd als echten Freund gewinnen. Wir lernen nicht nur ausbalanciert und pferdegerecht zu reiten, sondern auch mit dem Pferd vom Boden aus zu arbeiten und sich gegenseitig zu verstehen. Wichtig sind auch theoretische Kenntnisse und verschiedene Massagetechniken, sog. TTouch-Berührungen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Pferde steigern.

Die Lerngeschwindigkeit bestimmt jeder für sich selbst und eine stressfreie Lernatmosphäre führt zu vielen Angiemomenten. Momenten, in denen wir uns ein Stück weit unserem Traum nähern, mit dem Pferd eins zu werden…

Hier gibt’s noch mehr Infos zum Weiterlesen: Ziemlich beste Freunde mit Pferden – Angie® – Jugendreitkurse (angie-jugendreitkurse.de)

Wann bei uns die nächsten Angie Reiterferien stattfinden, erfahrt ihr hier!

Pferdeverladen

Es ist ein unendliches Thema, viel diskutier von verschiedenen ‚Horsemans‘ und beim Pferdebesitzer oft Stressmomente auslösend: Das Verladen in den Pferdeanhänger. Dabei existieren ein paar nützliche Tipps, die uns und unserem Pferd die gesamte Angelegenheit etwas erleichtern können. Halten wir an dem Grundsatz fest, dass Aufgaben, die zu groß oder zu schwer sind, in kleine Unteraufgaben unterteilt werden wollen, die zum Ende ein großes Ganzes ergeben, können wir zum Verladen gut vorbereitet und mit mehr Gelassenheit antreten.

Problemzone Nummer eins: Engpass und Platzangst. Pferde als Fluchttiere bewegen sich nicht gerne in einen engen Raum, der ihnen nicht ermöglichst instinktiv von einer Gefahr zu flüchten. Diesen Engpass können wir beispielsweise zwischen zwei Planen üben. Zu Anfang darf der Platz so groß sein, wie das jeweilige Pferd in akzeptiert, dann wird er Stück für Stück enger. Wichtig ist dabei, dass das Pferd diese enge Gasse mit Ruhe und Gelassenheit durchschreitet, Zeit hat alles zu betrachten und Stehenbleiben kann. Nur so kann es diese gefährliche Situation überdenken.

Die zweite wichtige Sache ist das Untendrunter-Durchlaufen und Bewegung über dem Kopf. Es gibt Pferde, die Bewegungen über sich als gefährlich betrachten. Vor Allem, wenn es sich um eine knisternde Plane, oder auch das niedrige Hängerdach handelt. Stückweise können wir auch das Üben, zuerst beispielsweise nur mit einer langen Gerte über dem Kopf, einem Handtuch, einer Plane, oder einem Drainagerohr… der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vorteilhaft kann auch sein, wenn das Pferd vorher mit unebenem und nachgebendem Boden Bekanntschaft schließt. Eine Wippe, Matratze oder Balancepads aus Gummi machen da Sinn.

Noch so ein Punkt, der den Pferden oft Sorge bereitet, ist das Rückwärtsrichten und damit die Möglichkeit aus dem Anhänger wieder auszusteigen. Rückwärtstreten können wir auf unterschiedlichen Untergründen üben, bergab, bergauf, um die Kurve oder über ein Cavalletti – wichtig ist langsam Schritt für Schritt, mit niedriger Kopfhaltung und der Möglichkeit beliebig anzuhalten.

Mit so einem vorbereiteten Pferd können wir ein wenig weniger nervös sein, wenn es heißt: Einladen. Das ist schließlich noch ein weiterer Gewinn. Denn das Pferd lässt sich von unserer Nervosität genauso anstecken, wie von unserer Gelassenheit und Durchsicht.

Kopftuch

Kopftuch

Ihr Pferd hat eine kurze Aufmerksamkeitsspanne? Es ist schreckhaft oder nervös? Es kann keine Sekunde ruhig stehen? Vielleicht wünscht es sich eine Kopfbandage!

Körperbänder sind elastische Bandagen, die sich auf verschiedene Art und Weise um den Pferdekörper wickeln. Sie wirken auf Faszienebene, lösen Muskelverspannungen und stimulieren bestimmte Körperpartien. Eine Anleitung, wie und warum solche Körperbänder eine gute Ergänzung sein können, würde ein ganzes Buch füllen (Oder einen ganzen Tag zB. bei uns auf unserem Seminar im Mai!)

Die Kopfbandage ist jedoch relativ einfach. Die meisten Pferde mögen sie gerne auf ihrem Kopf. Zuerst ist es gut, dem Pferd die Bandage vorzustellen, damit es weiß, dass sie nicht beißt ;-).

Dann wickelt man sie zweimal um das Pferdegenick und knotet die freien Enden ineinander. Danach zieht man zuerst eine Schlaufe über das eine Ohr, dann die andere Schlaufe über das zweite nach vorne. Um die Pferdeohren herum stimuliert dies Bandage die Nerven, die aus dem Wirbelkanälen austreten und den Kopf und Pferdehals innervieren.

Pferde regieren oft sehr schnell darauf, wenn ihnen diese Kopfbandage gut tut. Sichtlich geht der Stresspegel zurück, der Kopf wird oft gesenkt, Gähnen und Kauen folgt. Wenn das Pferd gerne eine Kopfbandage trägt, kann die Bandage so oft und so lange getragen werden, wie das Pferd will. Nebeneffekte und „Gewöhnungseffekte“ gibt es gewöhnlich nicht. Alles in Allem lässt sich die Kopfbandage damit vergleichen, wenn der Mensch eine Kapuze, ein Kopftuch oder einen Hut anzieht, obwohl es nicht nötig wäre. Wir fühlen uns in bestimmten Situationen damit einfach besser ;-).

Jungpferdearbeitstage

Jungpferdearbeitstage

10. – 13. 03. Willkommen sind alle mit Erfahrung oder ohne…

Wir arbeiten mit den Jungpferden auf dem Hof Vikinghorse Milevo. Ein Großteil unserer Arbeit richtet sich nach Prinzipien der Tellington TTouch® Methode. Auf dem Programm ist Bodenarbeit, verschiedene Führpositionen im Tellington Lernparcours, Vorbereitung unserer vierjährigen Pferde auf das Satteln und das Aufsitzen des Reiters, Brustleinenfahren.

Mehr über die Tellington TTouch® Methode hier.

Die sechsjährigen Pferde (und das ein oder andere vergessene ältere ;-)) dürfen anfangen mit parallelem Führen in Vorbereitung zum Longieren und der dressurmassigen Handarbeit. Wenn alles gut geht, wollen wir sie auf den Teilzeiteinsatz im Schulbetrieb für die kommende Saison vorbereiten.

Ein Spezialprogramm bekommt wie auch schon beim Letzten Trainingcamp der Huzule Nugát, der eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne hat. Das Ziel ist es, seine Neugier und seine Arbeitslust zu erhalten. Für ihn gibt es spezielle TTouches und kurze Arbeitseinheiten…

Die Jungpferdearbeitstage sind nicht explizit als ein Kurs oder Seminar für Zweibeiner ausgeschrieben. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal unsere Pferde. Trotzdem möchten wir aber Interessierten gegen einen symbolischen Beitrag die Möglichkeit bieten, einen Einblick in unsere Jungpferdearbeit zu bekommen. Ein wenig Zeit für Erklärungen oder die ein oder andere Aufgabe findet sich für jeden…

Wir freuen uns auf Euch!

Hier findet Ihr noch ein wenig über unsere Philosophie der Pferdeausbildung.

Der Balancezügel

Der Balancezügel

Ein nützlicher Tipp, der hilft das Pferd unterm Sattel zu einer physiologisch sinnvollen Bewegung zu führen.

Manchmal hat man als Reiter alle Hände voll. Den Balancezügel kann man schnell dazunehmen, wenn man ihn braucht. Denn: Für das Reitpferd ist er ein tolles Hilfsmittel, um seinen Schwerpunkt nach hinten zu verlagern und in Balance zu kommen. Super hilfreich ist es zum Beispiel in schwierigem Gelände.

Was so nett nach Halskette aussieht, ist nichts anderes als ein gewöhnliches 6meter langes Nylonseil aus dem Baumarkt. Der Balancezügel liegt über dem Buggelenk am Halsansatz. Dort wirkt er auf einen Nervenkomplex, das Ganglion Stellatum, eine Nervenverzweigungsstelle, die die Vorhand und den Hals innerviert. Hier kann sein Impuls den Reflex des Vorwärts-abwärts und gleichzeitigen Anheben des Pferderumpfes auslösen.

Bei der Remonte, dem jungen Pferd im ersten Jahr seiner Ausbildung, ist der Balancezügle besonders sinnvoll. Er unterstützt die bremsende und lenkende Einwirkung ohne das Pferd zu sehr am Kopf einzuschränken. So kann es die Balancierstage Kopf-Hals freier tragen und unter dem Reiter besser seine natürliche Balance wiederfinden.

Hilfsmittel müssen sinnvoll und einfach sein… So macht ihr Euren Balancezügel selber!

Aber auch beim älteren Reitpferd ist der Balancezügel eine tolle Sache. Hier hilft er z.B. beim Bergabreiten, damit das Pferd langsam bleibt, sich besser auf der Hinterhand trägt und auch im schwierigen Gelände nicht das Gleichgewicht verliert.
Die Tellington TTouch® Methode hat noch Vielerlei andere einfache Hilfsmittel zu bieten, die den Reiteralltag erleichtern.

Von Kurven, zentrifugalen Kräften, dem Geraderichten des Pferdes und natürlichen Gesetzen…

Von Kurven, zentrifugalen Kräften, dem Geraderichten des Pferdes und natürlichen Gesetzen…

Unsere Pferde sind wahre Meister der Bewegung mit einem vollkommenen athletischen Körper für schnelle Bewegung. Einen Hacken gibt es dennoch: Das Pferd ist nicht mit dem Reiter auf dem Rücken geboren. Und wenn wir unser Pferd lange gesund erhalten wollen, müssen wir ein paar natürliche Gesetzte, denen das Pferd unterworfen ist, kennen. Ein solches natürliches Gesetz ist das Bewegen in Kurven.

Das Pferd ist gemacht für schnelle und hauptsächlich geradlinige Bewegungen. Kurven gehören nicht zu seinem gewöhnlichen Bewegungsstandart, schon gleich nicht Kurven in schnellem Tempo. In Kurven läuft das Pferd wie ein Motorrad mit deutlicher Schieflage nach innen. Kopf und Hals in relativ hoher Aufrichtung kümmern sich darum, dass es das Gleichgewicht nicht verliert. Warum sind solche Kurven nicht ideal für das Reitpferd?

Bei einer Kurve arbeitet der ganze Körper auf Hochleistung. Die Gelenke (v.a. die unteren Gelenke der Gliedmaßen) gleichen den schiefen Winkel zum Boden aus, die lateralen Rücken- und Bauchmuskeln gleichen die einseitige Belastung auf dem inneren Schulterblatt aus und stabilisieren aktiv den ganzen Körper. Umso mehr Arbeit ist es, wenn das Pferd noch dazu einen Rucksack hat und es ist eine Frage der Zeit, bis Gelenke und Sehnen den Dienst verweigern oder sich das Pferd eine hypertone Muskulatur im Bereich der Schulterblätter und des Rückens antrainiert.

Was müssen wir also lernen, damit unser Pferd unterm Reiter lange funktionstüchtig bleibt? Das Geheimnis liegt im Geraderichten des Pferdes, unberechtigter Weise einer der letzten Punkte der Skala der Dressurausbildung. Und damit ist nicht nur gemeint, dass das Pferd nach Lehrbuch mit Vorder- und Hinterhufen in derselben Spur fußt, sondern auch die damit verbundene Tatsache, dass es die Kurve ohne Innenneigung durchläuft. So wirken langfristig keine für den Körper schädlichen Zentrifugalkräfte.

Je früher das Pferd mit diesem Training anfängt, desto besser. Zuerst ist es sogar ideal vom Boden aus und ohne Last auf dem Rücken zu üben. Hilfreich dabei ist zum Beispiel ein Labyrinth nach Linda Tellington-Jones, da die Pferde einen optischen Rahmen bekommen.

Wichtig ist am Anfang auch Langsamkeit. Nur so kann der Körper die neue Koordination und die richtige Kurventechnik erlernen. Hier ist ein Pferd beim Brustleinenfahren nach Tellington. Die Leinen formen das Pferd in der Kurve.

Führen ist nicht gleich Führen

Führen ist nicht gleich Führen

Kennt Ihr das? Die Tage sind kurz und der Elan für lange und anstrenge Trainingseinheiten ist gleich null? Wer nicht gerade eine beleuchtete Reithalle oder Platz zur Verfügung hat, kommt im Winter weniger in den Sattel. Und wenn schon, dann frieren die Füßen in den Bügeln… Zum Glück gibt es noch viele andere sinnvolle Dinge, die weniger Zeit in Anspruch nehmen und uns die Füße aufwärmen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Führen? Könnt Ihr schon? Dann versucht doch mal ein paar andere Varianten des klassischen Führens, die Euch und Eurem Pferd die Gehirnwindungen fit halten.

Führtechniken und Führpositionen gibt es viele. Dabei ist keine schlechter oder besser als die Andere, sie haben nur alle ihre spezifischen Ansprüche und bestimmte Vorteile. Man kann sagen, je mehr verschiedene Positionen das Pferd und der Führer kennen, desto besser ist seine Koordination und Selbstwahrnehmung und desto sicherer wird der Umgang mit dem Pferd.

Wie wäre es mit Führen von der “anderen” Seite? Viele Menschen führen ihr Pferd nur von der linken Seite aus. Ob dahinter der einstige Kriegsdienst und das Verlangen nach einer einheitlichen Armee steht oder der Fakt, dass Pferde mit dem linken Auge und der dazugehörigen Gehirnhemisphäre besser wahrnehmen, ist dabei nicht wichtig. Wichtig ist, dass definitiv alles was von links geschieht nicht gleich ist mit demselben Ereignis von rechts, da das Pferd mit dem rechten Auge und seiner Hemisphäre ein ganz anderes Erlebnis hat. Ein Tipp für Pferde, die mit dem Führen von recht ein Problem haben: Man kann im Zweierteam von beiden Seiten führen. So kann das Pferd langsam und in kleinen Schritten verstehen, was wir von ihm wollen. Obendrein arbeiten beim Teamführen beide Gehirnhälften gleichzeitig und es können Nervenverbindungen entstehen, von denen wir und unser Pferd vorher keine Vorstellung hatten.

Wer die beidseitige Führtechnik zur Vollkommenheit bringen will, kann versuchen mit der „Bienenleine“ zu Führen. Bei dieser Führtechnik aus der Tellington-Methode wird ein Seil durch den unteren Halfterring geführt. Die Führer sind nicht fest am Halfter befestigt. Das Pferd kann sich also am Seil nach rechts und links bewegen. Die Treffgenauigkeit ist hier ein kniffeliges Unterfangen und orientieren muss sich das Pferd stark an der symmetrischen Körpersprache der beiden Führer. PS.: Vergesst nicht Euch abzusprechen, wer im Falle eines Erschreckens des Pferdes das Führseil auslässt und wer es festhält, damit das Pferd nicht mit hinterher wehendem Seil Panik schiebt…

Falls Ihr gerade keine zweite Führperson zur Hand habt, und trotzdem eine Führaufgabe sucht, die Euch eine Herausforderung bieten kann… wie wäre es damit, zu beobachten, wie Ihr mit Eurem Pferd anhalten könnt? Müsst Ihr am Strick anziehen oder stoppt ihr Pferd am durchhängenden Führseil? Bleibt es geschlossen stehen, weil es schafft mit den Hinterhufen unter den Schwerpunkt zu fußen, oder „bleibt es in der Bewegung stecken“ und die Hinterfüße frieren in einer geöffneten Position ein? Steht das Pferd gerade, d.h. ist es nicht mit dem Kopf zum Führer hin gewendet bzw. belastet es das Vorderbein auf Eurer Seite mehr? Belastet es seine vier Beine gleich?

Super und lehrreich ist das Führen in verschiedenen Aufgaben, wie zum Beispiel im Lernparcours nach Linda Tellington. Ein Labyrinth, Slalom, Brücke, Wippe, Gassen, Fächer… und viele andere Hindernisse, die ausdenkbar sind. Ihr könnt ruhig kreativ sein. Es gilt nur das Gesetz, wenn Pferd oder Führer etwas nicht schaffen, dann die Aufgabe vereinfachen und stückweise an das Ziel heranarbeiten. 😉 Wenn Ihr Lust habt noch mehr interessante Führtechniken kennen zu lernen, dann folgt unserer Seite. Wir planen im Jahr 2022 extra ein Seminar zum Thema Führpositionen und Lernparcours in der Tellington TTouch Methode.

Der feine Unterschied zwischen der Habituation an die Angst und dem Überwinden von Angst…

Der feine Unterschied zwischen der Habituation an die Angst und dem Überwinden von Angst…

Ein blauer Regenschirm oder große Siloballen, Pferde können sich durch öfteres Wiederholen an alles mögliche gewöhnen. Aber wehe der Regenschirm ist beim nächsten Mal bunt oder am Siloballen flattert ein Stück Plane im Wind, dann ist das Gespenst wieder genauso schlimm wie zuvor. Warum ist das so? 

Der Grund dafür ist oft, dass das Pferd zwar gelernt hat in Anwesenheit dieses Gespenstes stehen zu bleiben und den Fluchtreflex zu unterdrücken, aber seine innere Angst eigentlich nicht bewältigt hat. Das bedeutet, dass es in der Situation, in der es mit dem Gespenst konfrontiert ist, nicht wirklich losgelassen, geistig und körperlich voll zurechnungsfähig ist. Zum Glück gibt es ein paar Indikatoren, die uns helfen können den inneren Zustand unseres Pferdes zu erkennen.

Der Schweif funktioniert wie beim Hund als tolles Barometer für die Emotion Angst. Trägt das Pferd den Schweif locker und lässt dieser sich von Hand frei bewegen, ist das Pferd in einem angstfreien Zustand. Ist er dagegen angepresst und steif, kann das ein Anzeichen auf unterdrückte Angst sein. 

Ein angstfreies Pferd ist neugierig und will früher oder später das Gespenst auch aus nächster Nähe beäugen. Dort jagt es ihm keine Angst mehr ein und es kann weitergehen.

Ein weiteres Angstmeter ist das Pferdemaul. Ein Pferd im Stress oder mit Angst hat oft ein kleines, festes Maul und/oder ist sehr maulaktiv. Es kaut alles mögliche, was sich in seiner Nähe befindet: Den Strick, den Zügel oder die Hand… auch Leckerlis werden oft sehr grob und gierig genommen. Nimmt das Pferd keinen Leckerbissen mehr an, dann ist es meist fünf vor 12 und niemand weiss genau, wann die Zeitbombe Pferd explodiert.

Die gute Nachricht ist aber, dass jedes Pferd sich auf den Weg machen kann und anfangen seine innere Angst zu verarbeiten, anstatt seine Emotionen im Inneren zu ersticken. Hilfreiche und einfache Ideen finden wir dazu beispielsweise in der Tellington TTouch Methode®.