Ob mit oder ohne Applaus – wir tragen die Malá Milevská aus!

Ob mit oder ohne Applaus – wir tragen die Malá Milevská aus!

Ihr Lieben, ich grüße Euch wieder einmal. In meiner letzten Geschichte habe ich Euch erzählt, wie wir in Milevo auf dem Hof Vikinghorse Milevo die Wirtshaussaison eröffnet haben und heute habe ich für Euch eine weiter unserer „Perlen“, um nicht zu sagen einen ganz besonderen Höhepunkt!

Sicher habt ihr, wer sich für Pferde und das Geschehen in der Reiterszene interessiert, schon einmal das weltberühmte Steeplechase Rennen Velká Pardubická gesehen – oder zumindest davon gehört. Aber – Hand aufs Herz – habt ihr auch schon mal von der Malá Milevská gehört? Wenn nicht, dann ist es aller höchste Eisenbahn das nächstes Jahr nachzuholen!

Das war nämlich so: Vor mehr als zehn Jahren kam jemand (ich glaube eine von unseren „altgedienten“ Reiterinnen) auf die Idee einen Gegenpol zur berühmten Großen (Velká Pardubická) zu schaffen und eine eigene Kleine zu organisieren! Gesagt, getan, unsere Anička dachte sich eine Geländestrecke mit Sprüngen aus, ein wunderbar abwechslungsreiches Gelände steht zur Verfügung, Pferd und Reiter ebenfalls – und schon war es geschehen. Natürlich um der Wahrheit näher zu kommen, haben wir das pardubitzer Steeplechase Rennen ein „klein wenig“ abgeändert – wir haben niedrigere Hindernisse, eine kürzere Strecke und weniger berühmte Pferde und Reiter – dafür aber die Nervosität am Start, die Lust an der Geschwindigkeit, der Mut, die Freude am heile ins Ziel gelangen oder die feierliche Schleifenvergabe – das steht in Milevo der Großen Pardubitzer in nichts nach! Im Interesse der Objektivität muss ich natürlich gestehen – wisst ihr, bei uns reiten wir nur der Freude willen und um nichts anderes. Und heuer hat Anička sogar die Regelung zur Unterstützung der Teilnehmenden etwas abgeändert und keine Zeit gemessen. Der Maßstab für den Erfolg war allein schon die Teilnahme, Begeisterung, Freude und ein sicheres Ankommen als Bonus! Und das haben tatsächlich alle Teilnehmer erfüllt, jeder nach seinen besten Möglichkeiten und Fähigkeiten – der Altersdurchschnitt war wiederum irgendwo um die 50!

Also heuer haben wir es hinter uns, aber das Jahr vergeht wie im Flug und wir alle in Milevo freuen uns schon jetzt, wenn ihr uns das nächste Mal auf der Rennstrecke anfeuern kommt! Denn:

Ob mit oder ohne Applaus – wir tragen die Malá Milevská aus! Zuschauer von nah und fern, kommt ruhig vorbei. Wir haben Euch gern!

Es grüßt Euch Eure Oma Zdenča

Was oder wer – um alles in der Welt – ist Angie?

Was oder wer – um alles in der Welt – ist Angie?

Wer aufmerksam unsere Internetseite studiert hat oder unsere Beiträge liest, ist bestimmt schon einmal über den Begriff „Reiterferien Angie“ gestolpert. Angie, klingt fast wie Angel…

Angie ist vielleicht ein geflügelter Pegasus, ein Kentaur oder ein Einhorn. Das ist im Grunde nicht so wichtig. Wichtig ist, das er unsichtbar ist und in jeder Fantasie ein wenig anders. Bestimmt ist er schnell und kann fliegen, von einem Ort zum Nächsten. Und er fliegt immer dort hin, wo sich in gegenseitigem Respekt zwei Seelen begegnen – eine tierische und eine menschliche.

Angie ist der kleine Schutzengel der Tiere aus dem Buch „Die Linda Tellington-Jones Reitschule“. Angie versteht die Sprache der Pferde und hilft uns unsere Vierbeiner besser kennenzulernen und zu verstehen. Im Buch von Linda Tellington-Jones erklärt sie, warum Pferde manchmal anders reagieren als wir und woran wir erkennen, wenn sich unser Pferd wohlfühlt…

Angie Reitkurse und Reiterferien sind mehr als nur Reiterwochen. Hier lernen wir, wie wir unseren Partner Pferd als echten Freund gewinnen. Wir lernen nicht nur ausbalanciert und pferdegerecht zu reiten, sondern auch mit dem Pferd vom Boden aus zu arbeiten und sich gegenseitig zu verstehen. Wichtig sind auch theoretische Kenntnisse und verschiedene Massagetechniken, sog. TTouch-Berührungen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Pferde steigern.

Die Lerngeschwindigkeit bestimmt jeder für sich selbst und eine stressfreie Lernatmosphäre führt zu vielen Angiemomenten. Momenten, in denen wir uns ein Stück weit unserem Traum nähern, mit dem Pferd eins zu werden…

Hier gibt’s noch mehr Infos zum Weiterlesen: Ziemlich beste Freunde mit Pferden – Angie® – Jugendreitkurse (angie-jugendreitkurse.de)

Wann bei uns die nächsten Angie Reiterferien stattfinden, erfahrt ihr hier!

Fohlen 2022: Es geht los!!

Fohlen 2022: Es geht los!!

Wir heißen Dich herzlich bei uns willkommen, kleiner Junge! Am 26. Mai hat die Fohlensaison Fró vom Wittinghaus eröffnet und einen wunderschönen, munteren Sohn von Sjóli vom Steinberg Hof zu Welt gebracht.

Wer den Kleinen (und auch unsere anderen Fohlen, die wir noch erwarten) persönlich kennen lernen will, der sollte sich gleich im Kalender den Samstag, den 2. Juli vormerken. Neben unseren Fohlen bereiten wir einen Tag der offenen Weide und die 15 Jahr Feier Vikinghorse Milevo vor. Pferde, Workshops, Live-Musik, Verpflegung und eine Feuershow am Abend warten auf Euch. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Wir freuen uns sehr auf Alle!

#hribatko #léto #islandskykun #islandstikone #islandak #islandfohlen #fohlenglück #fohlen #konskemimino

Das erste Frühlingswirtshaus, und dazu ein Schmankerl…

Das erste Frühlingswirtshaus, und dazu ein Schmankerl…

Ahoj an alle, die zumindest ab und zu unsere „Pferdegeschichten“ lesen.

Ich will Euch diesmal hiermit mitteilen, dass wir die Frühlingssaison eröffnet haben! Schön und gut, Ihr wisst aber vielleicht nicht, was das für uns in Milevo bedeutet, die Saisoneröffnung. Das ist nämlich so: Vor längerer Zeit kam unsere Anička (Hofbesitzerin, aber auch Trainerin, Beraterin, Züchterin, Freundin, Heilerin, Masseurin usw. – angemerkt von der Verfasserin) mit der Idee, ab und zu auf einen Ausflug – mit Pferd natürlich – zu machen. Das Ziel ein Wirtshaus, wo wir sowohl uns, als auch die Pferde für den Heimweg stärken könnten. Und siehe da – die Idee hat sich etabliert. Aus den Wirtshausausflügen ist eine schöne Tradition geworden, die schon viele Jahre andauert. Das Programm musste notgedrungen im Hinblick auf die Einschränkungen der letzten zwei Jahre Covid zwar ein wenig angepasst werden, aber auch das war möglich! Unsere Mittagsziele waren in dieser Zeit beispielsweise nicht die Wirtshäuser an sich, sondern irgendein Platz, der zur Rast und zur Pferdeerholung einlud. Und solche Plätze haben wir inzwischen einige, immer in wunderbarer Natur. Falls Euch jetzt interessiert, ob wir dort auf unsere Stärkung verzichten müssen, die uns die oben genannten Wirtshäuser sicherstellten, kann ich Euch beruhigen. Als vorzeigbarer Wirtsherr hat sich Aničkas Partner gemausert, der uns stets zur vereinbarten Zeit an den vereinbarten Ort bringt, was das Herz begehrt – von Speis über Trunk – ein geselliges und fürstliches Buffet, das das Naturbuffet unserer Pferde bei Weitem übertrifft! Und wenn ich schon den Ausdruck fürstlich verwendet habe, unvergesslich „fürstlich“ ist natürlich auch der Ausflug mit Ziel im Kloster Kladruby. Wenn Ihr mit einem guten Essen in der Sonne im Klosterhof sitzt, vor Euch die zufrieden grasenden Pferde vor der Kulisse des monumentalen Klosters… ein unvergessliches Erlebnis wie aus dem Märchen.

Aber da habe ich mich wieder in der Erinnerung verloren – zurück zur Gegenwart. Heuer haben wir also die Saison bereits eröffnet, und das bei wunderbarem Sonnenschein. Dieses Mal waren wir 16 Reiter, was für uns eine relativ große Anzahl ist. Wenn Ihr am Ende der Gruppe geritten seid, konntet Ihr diesen bunten, sich durch die Landschaft schlängelnden Konvoi von Pferden und Menschen unter blitzeblauem Himmel beobachten, es war einfach prachtvoll. Ja, und dieses Mal haben wir ein reiches Picknick am Teich im Birkenwäldchen gemacht! Und so interessehalber – der jüngste Reiter war 9 Jahre alt und der älteste 80 ! Hättet ihr das geglaubt?

So jetzt hab ich für heute wieder lange geschrieben, macht es gut und ich freu mich wieder          irgendwann ein Andermal!

                                                                                                         Oma Zdenča

Kronsaumpflege

Kronsaumpflege


Die Turniersaison hat angefangen. Jetzt ist keine Zeit mehr für großartige Änderungen, sondern es ist wichtig die momentane Form des Pferdes bis zum Herbst aufrecht zu erhalten. Eine tolle Möglichkeit, wie wir dazu beitragen können, ist das Eincremen des Kronsaums. Dabei denke ich nicht an das Hufpflegen mit Vaseline und Co, wie ihr es bestimmt kennt. Nein, ich meine das Eincremen des Kronsaums zur Stimulierung der Akupunkturpunkte.

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Genauso wie wir an Händen und Füssen, haben auch unsere Pferde an den Kronsäumen alle Anfänge und Enden der Meridiane (Energiebahnen), in denen nach der östlichen Medizin die Lebensenergie Qi fließt. An den Übergängen zwischen den Energiebahnen stockt es häufig. Fließt hier keine Energie durch, kommt es auch zur Stagnation im Energiefluss im Körper. Handfeste gesundheitliche Probleme folgen bestimmt. Ein typisches Phänomen für ein Stocken im Energiefluss des Kronsaums sind zB. angelaufene Beine nach einer Ruhephase. schlechte Koordination oder langsames Hufwachstum. Selbstverständlich kann er sich aber auch anderswo im Körper bemerkbar machen, ganz danach, wo das Individuum seine schwachen Stellen hat.

Wie halten wir nun die Übergänge im Kronsaum durchgängig? Beispielsweise mit dem Einkremen mit einer wasserhaltigen Creme. Gewöhnliche Handcreme macht hier oft gute Dienste. Wasser ist ein elektrischer Leiter für Ionen und leitet auch Energie. Reine Vaseline hat diesen Effekt nicht, sie isoliert eher.

Die Richtung zum Eincremen: So fließt die Energie von einem Meridian in den Nächsten.

Den Kronsaum können wir eigentlich nicht zu viel cremen. Zwei oder Dreimal die Woche ist ein guter Maßstab. Bei großen Leistungen oder akuten Problemen machen wir auch mit täglicher Kronsaumpflege nichts falsch. Oft sagen uns die Pferde selbst, ob sie das regelmäßige Eincremen brauchen, indem sie sich selbst zb. mit den Zähnen oder anderen scharfen Gegenständen die Kronen massieren. Sichtbar sind dann oft abgewetzte weiße Flecken am Kronsaum.

„Mehr als nur Reitstunde“

„Mehr als nur Reitstunde“

Lukka ist eines unserer älteren Schulpferde. Sie ist stolze 26 Jahre alt, aber immer noch fit und für so manches zu haben. Könnte sie reden oder schreiben, würde sie uns wohl viel erzählen… Zum Beispiel, dass Reiten weitaus mehr ist, als sich nur auf dem Pferderücken tragen zu lassen. Dass es den Körper stimuliert durch koordinierte Bewegungen, gesunde Körperhaltung oder die Rhythmisierfähigkeit fördert, ist noch recht nachvollziehbar. Vor Allem, wenn wir in Betracht ziehen, dass der menschliche Körper und der Pferdekörper im engen Kontakt sind und beide zu biomechanisch gesunden Bewegungen gelangen sollten. Das sind Bewegungsabläufe, die den Körper und die Wirbelsäule des Menschen nicht schädigen oder einschränken.

Der Teil des Reitens, der schon nicht mehr so ersichtlich ist, fällt in den sozialen Bereich. Zum Erfolg oder eben Nichterfolg gehören immer zwei, die sich gemeinsam als ein Team verständigen müssen. Dabei ist wichtig, dass wir es lernen klar auszudrücken, was wir wollen, was wir brauchen und was wir fühlen. Nur so hat unser Partner – das Pferd – die Chance zu verstehen, was wir von ihm fordern. Und das fängt oft schon beim einfachen Führen oder Bodenarbeit an.

Eine weitere tolle Eigenschaft, ist die Fähigkeit Zuzuhören. Der junge Menschen lernt, was seinem Pferd gefällt, was weniger, welche persönlichen Bedürfnisse es hat und wo man auf es Rücksicht nehmen muss.

Um ein gutes Team zu bilden, brauchen wir nicht nur körperliches Training, Wissen und Technik, genauso wichtig ist auch die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und den sozialen Fähigkeiten. Reiten ist eben eine der wenigen Sportdisziplinen ‚all inclusiv‘.

Pferdeverladen

Es ist ein unendliches Thema, viel diskutier von verschiedenen ‚Horsemans‘ und beim Pferdebesitzer oft Stressmomente auslösend: Das Verladen in den Pferdeanhänger. Dabei existieren ein paar nützliche Tipps, die uns und unserem Pferd die gesamte Angelegenheit etwas erleichtern können. Halten wir an dem Grundsatz fest, dass Aufgaben, die zu groß oder zu schwer sind, in kleine Unteraufgaben unterteilt werden wollen, die zum Ende ein großes Ganzes ergeben, können wir zum Verladen gut vorbereitet und mit mehr Gelassenheit antreten.

Problemzone Nummer eins: Engpass und Platzangst. Pferde als Fluchttiere bewegen sich nicht gerne in einen engen Raum, der ihnen nicht ermöglichst instinktiv von einer Gefahr zu flüchten. Diesen Engpass können wir beispielsweise zwischen zwei Planen üben. Zu Anfang darf der Platz so groß sein, wie das jeweilige Pferd in akzeptiert, dann wird er Stück für Stück enger. Wichtig ist dabei, dass das Pferd diese enge Gasse mit Ruhe und Gelassenheit durchschreitet, Zeit hat alles zu betrachten und Stehenbleiben kann. Nur so kann es diese gefährliche Situation überdenken.

Die zweite wichtige Sache ist das Untendrunter-Durchlaufen und Bewegung über dem Kopf. Es gibt Pferde, die Bewegungen über sich als gefährlich betrachten. Vor Allem, wenn es sich um eine knisternde Plane, oder auch das niedrige Hängerdach handelt. Stückweise können wir auch das Üben, zuerst beispielsweise nur mit einer langen Gerte über dem Kopf, einem Handtuch, einer Plane, oder einem Drainagerohr… der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vorteilhaft kann auch sein, wenn das Pferd vorher mit unebenem und nachgebendem Boden Bekanntschaft schließt. Eine Wippe, Matratze oder Balancepads aus Gummi machen da Sinn.

Noch so ein Punkt, der den Pferden oft Sorge bereitet, ist das Rückwärtsrichten und damit die Möglichkeit aus dem Anhänger wieder auszusteigen. Rückwärtstreten können wir auf unterschiedlichen Untergründen üben, bergab, bergauf, um die Kurve oder über ein Cavalletti – wichtig ist langsam Schritt für Schritt, mit niedriger Kopfhaltung und der Möglichkeit beliebig anzuhalten.

Mit so einem vorbereiteten Pferd können wir ein wenig weniger nervös sein, wenn es heißt: Einladen. Das ist schließlich noch ein weiterer Gewinn. Denn das Pferd lässt sich von unserer Nervosität genauso anstecken, wie von unserer Gelassenheit und Durchsicht.

Die Aufrichtung des Reiter vs Aufrichtung des Pferdes

Die Aufrichtung des Reiter vs Aufrichtung des Pferdes


„Richte dein Pferd gerade und richte es auf!“ Kennt ihr dieses Zentralthema? Vielleicht sogar eins der zentralsten Themen überhaupt – nicht nur fürs Pferd sondern auch für den Reiter…

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Wenn ein Team Reiter-Pferd einmal in der Ausbildungsskala soweit gestiegen ist, dann haben sie eine grundsätzliche Sache für sich erreicht: Sie haben die besten Vorbedingungen dazu, beide lange gesund zu bleiben.

Für die Pferde haben wir verschiedene Übungen und Techniken sie geradezurichten. Es fängt bei der breiten Zügelführung und dem Scharfe-Kurven-Reiten an, und führt bis zum Reiten von Schulterherein usw. Aber über verschiedene Varianten vielleicht in einem nächsten Artikel. Wenn wir aber in Betracht ziehen, dass das Pferd das Spiegelbild seines Reiters ist, ist es klar, dass auch der Reiter sich geraderichten und aufrichten muss.

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Wie zum Beispiel in der Feldenkrais Methode kann uns dabei die Vorstellung helfen, dass das Becken der zentrale Punkt ist. Schaffen wir das Becken in einer geraden (sogenannten neutralen) Position zu halten, passt sich der übrige Körper früher oder später an. Die tiefe Wirbelsäulenmuskulatur ermöglicht uns, sich zwischen den Schulterblättern anzuheben und die Halswirbelsäule aufzurichten. Der Kopf eines solchen Reiters ist frei beweglich und wird ruhig getragen.

Das ist im Übrigen auch der Grund, warum die Hippotherapie für Leute mit Behinderung so gut funktioniert. Als eine der sehr wenigen Reha Methoden, aktiviert die Pferdebewegung die tiefe Stabilisationsmuskulatur der Wirbelsäule und induziert durch die Beckenbewegung im Rückenmark den Impuls sich aufzurichten. Dieses kleine Wunder konnten die Teilnehmer des Kurses zum therapeutischen Reiten am vergangenen Wochenende beobachten. Unter fachlicher Anleitung therapierten wir einen schwerbehinderten Jungen auf dem Pferd. Nach einer kurzen Weile konnte er plötzlich für einen kurzen Moment seinen Kopf, der im Normalfall unkontrolliert herunterhing, aufrichten und halten.

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Weil der anatomisch funktionierende Sitz eine zwingende Voraussetzung ist für jegliche sinnvolle Hilfengebung und Verständnis zwischen Reiter und Pferd, starten wir morgen wieder traditionsgemäß mit unserem Sitzkurs. Ich hoffe wir werden wieder viele Reiter gerade und aufrichten. Für die Gesundheit von Reiter und Pferd!

Kopftuch

Kopftuch

Ihr Pferd hat eine kurze Aufmerksamkeitsspanne? Es ist schreckhaft oder nervös? Es kann keine Sekunde ruhig stehen? Vielleicht wünscht es sich eine Kopfbandage!

Körperbänder sind elastische Bandagen, die sich auf verschiedene Art und Weise um den Pferdekörper wickeln. Sie wirken auf Faszienebene, lösen Muskelverspannungen und stimulieren bestimmte Körperpartien. Eine Anleitung, wie und warum solche Körperbänder eine gute Ergänzung sein können, würde ein ganzes Buch füllen (Oder einen ganzen Tag zB. bei uns auf unserem Seminar im Mai!)

Die Kopfbandage ist jedoch relativ einfach. Die meisten Pferde mögen sie gerne auf ihrem Kopf. Zuerst ist es gut, dem Pferd die Bandage vorzustellen, damit es weiß, dass sie nicht beißt ;-).

Dann wickelt man sie zweimal um das Pferdegenick und knotet die freien Enden ineinander. Danach zieht man zuerst eine Schlaufe über das eine Ohr, dann die andere Schlaufe über das zweite nach vorne. Um die Pferdeohren herum stimuliert dies Bandage die Nerven, die aus dem Wirbelkanälen austreten und den Kopf und Pferdehals innervieren.

Pferde regieren oft sehr schnell darauf, wenn ihnen diese Kopfbandage gut tut. Sichtlich geht der Stresspegel zurück, der Kopf wird oft gesenkt, Gähnen und Kauen folgt. Wenn das Pferd gerne eine Kopfbandage trägt, kann die Bandage so oft und so lange getragen werden, wie das Pferd will. Nebeneffekte und „Gewöhnungseffekte“ gibt es gewöhnlich nicht. Alles in Allem lässt sich die Kopfbandage damit vergleichen, wenn der Mensch eine Kapuze, ein Kopftuch oder einen Hut anzieht, obwohl es nicht nötig wäre. Wir fühlen uns in bestimmten Situationen damit einfach besser ;-).

Die Bewegung der Schulterblätter von Anatomie bis Knieschluss

Die Bewegung der Schulterblätter von Anatomie bis Knieschluss

Ein Wunder der Natur und der Biomechanik des Pferdes ist die Aufhängung des Pferderumpfes zwischen den Schulterblättern. Wisst Ihr, wie das funktioniert und was diese Funktionalität beeinträchtigen kann?

Die Verbindung der Vordergliedmaßen und des Pferdekörpers wird von Muskeln und Sehnen gebildet. Dem Pferd fehlt das Schlüsselbein, das beim Menschen hier z.B. für Stabilität sorgt. Gottseidank! Bei Belastungen und Sprungabfederungen dieser Gewichtsklasse, wäre das Schlüsselbein ständig gebrochen… Wirklich starke Muskelverbindungen als biologischer Stoßdämpfer sind hier viel sinnvoller.

Was passiert aber, wenn die Muskeln fest und unelastisch werden? Das Gewicht des Pferdes zieht nach unten und hängt sich wie in eine Hängematte in die Brustmuskulatur rund um das Brustbein. Diese Muskelgruppen sind aber nicht dafür geschaffen, über einen längeren Zeitraum Gewicht zu tragen. So kommt es oft zur einer Hypertension und einem blockierten Brustbein. Es entstehen ungefederte Belastungsspitzen, die schnell für die unteren Gelenke der Vordergliedmaßen untragbar werden. Nach einer gewissen Zeit lassen pathologische Veränderungen an den Gelenken und Sehnen nicht auf sich warten.


Ein erstes Anzeichen des „Herunterfallens“ ist eine Delle, die sich gleich hinter dem Schulterblattrand bildet, und der oft fälschlicherweise als eine Hypotrophie des Trapezmuskels diagnostiziert wird.

Ein weiteres Zeichen einer Überlastung gibt uns das Gewölbe zwischen den Vorderbeinen: Haben wir eine gotische Architektur, ist alles ok, ein romanischer Bogen ist so „lala“ und stürzt das Gewölbe nach unten ein, ist es fünf vor zwölf.

Gründe für das Zusammenbrechen dieses Funktionskreises gibt es viele: Einer davon kann zum Beispiel ein Sattel sein, der eine zu enge Kammer besitzt, und den Pferderumpf permanent nach unten drückt. Manchmal sind auch zu kurze Kopfeisen daran Schuld oder Kopfeisen mit gebogenen Endspitzen. Manche Pferde sind hier sehr empfindlich.

Neben vielen Faktoren der Ausrüstung, Verletzung oder nur einfach ‚zuviel falsche Belastung‘ spielt auch der Reitersitz eine wichtige Rolle: Hat ein Pferd einen Reiter, der beständig sein Knie an den Sattel drückt, bewirkt er fast denselben Effekt wie ein unpassender Sattel und die Bewegung der Schulter wird eingeschränkt.